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Welche Schuhe eignen sich zum Klettern?

- 21. Januar 2016 -
Um so komfortabel wie möglich klettern zu können, ist eine passende Ausrüstung unumgänglich. Hierzu gehören natürlich auch Kletterschuhe, um einen möglichst festen Halt zu haben. In früheren Zeiten wurden noch teils sehr schwere Bergschuhe für diese Zwecke getragen, welche mit genagelten Sohlen ausgestattet waren. Im Laufe der Zeit wurde den Kletterern jedoch klar, tie-shoes-3082_450dass spezielle Kletterschuhe für diese Zwecke besser geeignet sind. Diese waren dann enger anliegend und hatten zudem passendere Sohlen, welche einen sicheren Halt gewährleisteten. Zudem konnte so durch die neuen Kletterschuhe ein besseres Gefühl an den Zehen erreicht werden, was gerade bei kleinen Schritten von Vorteil war. Von diesem Zeitpunkt an wurde immer weiter an den Schuhen entwickelt, dennoch blieben sie zumeist sehr eng. Und nach einer gewissen Zeit wurde schließlich erkannt, dass dies nicht gut für die Füße war. Auch in der heutigen Zeit sind immer wieder Kletterer zu sehen, die falsche und auch zu enge Schuhe tragen. Dies hat unterschiedliche Ursachen und Gründe, die nun erläutert werden.
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Die Gewohnheit als Grund
Grundsätzlich sind Kletterschuhe zumeist enger als normale Straßenschuhe. Von daher ist der gemeine Kletterer schon daran gewöhnt, wenn er sich auf eine Klettertour macht, dass die Schuhe dann enger anliegen. Nicht ohne Grund wird gesagt, dass Menschen sich an nahezu alles gewöhnen können. Dennoch ist davon abzuraten, zu enge Kletterschuhe zu tragen. Gerade für Anfänger in Sachen Klettern ist es zunächst kaum zu glauben, dass seine Füße in solch engen Schuhe passen. Erfahrene Kletterer hingegen sind eben dran gewöhnt und ziehen die Schuhe an, wohl wissend das diese sich nicht immer noch etwas weiten. 
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Die falsche Wahrheit: "Ein Kletterschuh muss schmerzen"
Die Weisheit, dass ein Kletterschuh grundsätzlich beim Tragen schmerzen muss, hat sich sehr hartnäckig verbreitet und ist dennoch nicht richtig. Dennoch glauben gerade Neulinge dieser und kaufen sich dann eben auch enge Kletterschuhe. Hier wird jedoch schon der erste Fehler begangen, denn gerade am Anfang wird kein sogenannter aggressiver Schuh benötigt. Vielmehr ist es wichtig, dass etwas weitere Schuhe dazu genutzt werden können, um eine individuelle Tritttechnik zu entwickeln. Dennoch sind Kletterschuhe, wie schon erwähnt, enger als normale Straßenschuhe. Und gerade bei Modellen, die sich erfahrungsgemäß noch weiten, kann ein etwas Knapperes gekauft werden. Aber das oberste Gebot ist und bleibt, dass Kletterschuhe keine Schmerzen verursachen dürfen. Wenn gerade ein neues Modell gekauft wurde, können eventuell noch ein bis zwei Wochen gewartet werden, ob die Schuhe sich weiten. Ist dies nicht der Fall, sollten sie nicht weiter getragen und ein anderes, weiteres Modell gekauft werden. Eine große Auswahl an Kletterschuhen gibt es auf http://kletterschuhetest.de/.
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Wie können sich Kletterschuhe weiten?
Kletterschuhe können sich auf unterschiedliche Weisen weiten. Bestehen sie aus echtem Leder, geschieht dies im Laufe der Zeit ganz von alleine. So sollte nach einigen Klettertouren ein deutlicher Unterschied zu merken sein. Auf diese Weise kann sich der Schuh auch an die jeweilige Fußform anpassen. Zudem weiten sich Kletterschuhe unter warmen Bedingungen, sodass häufig schon beim Klettern ein besserer Sitz bemerkt werden kann. Dennoch liegt dies daran, dass die Füße zu diesem Zeitpunkt auch warm sind, durch die Durchblutung. Am nächsten Tag, wenn die Schuhe wieder angezogen werden, kann es gut sein, dass sie zunächst wieder eng sind. shoes-587648_450
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Weitere Behauptung: Profis tragen bessere Schuhe als Anfänger

Auch diese Behauptung hat sich in den Kreisen unterschiedlicher Sportarten schnell verbreitet. Es wird also gesagt, dass je besser und erfolgreicher ein Sportler ist, desto hochwertiger aber auch anspruchsvoller ist auch dessen Ausstattung. Bezogen auf enge Kletterschuhe würde dies bedeuten, dass Profikletterer immer mit den engsten Modellen unterwegs sind. Alex Honnold, ein bekannter und erfolgreicher Kletterer trägt auf seinen Touren häufig den La Sportiva TC Pro, ein Modell, welches auch von vielen Amateuren getragen wird, eine Tatsache, die die oben beschriebene Behauptung widerlegt.
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Die passenden Schuhe für die jeweilige Disziplin
Erfahrene Kletterer wie auch Profis unterscheiden vor allem zwei Kletter-Disziplinen und auch Routen. Und natürlich werden für die unterschiedlichen Zwecke auch die passenden Kletterschuhe getragen. So ist es nicht denkbar, auf einer sogenannten Mehrseillängentour einen viel zu engen und sehr extrem vorgespannten Schuh zu tragen. Zudem wird es auch als peinlich angesehen, wenn zum Beispiel eine alpine Route geklettert wird und dabei ein viel zu enger Schuh getragen wird. Dies ist in diesem Fall dann nicht nur störend, sondern auch unnötig. 
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Was bewirken zu enge Kletterschuhe?
Zu enge Kletterschuhe sind also nicht nur teilweise störend, sondern können auch Verletzungen an den Füßen hervorrufen. Wie auch bei neuen oder zu engen Straßenschuhen kann es auch bei Kletterschuhen vorkommen, dass sich an den Füßen Schwielen und auch Druckstellen bilden. Diese können sehr schmerzhaft sein und bei weiterer Belastung und Reizung aufreißen und sich sogar entzünden. 

Etwas schlimmer sind die sogenannten Nagelbettinfekte, welche entstehen, wenn sich die Kletterer die Nägel bewusst kurz schneiden, um in die zu engen Schuhe zu passen und ein geringes Druckgefühl zu haben. Hierbei wird aus Versehen dann immer mal wieder auch das Nagelbett verletzt. Entsteht so ein Infekt und wird dieser verschleppt, kann es sein, dass dieser durch einen Chirurgen operativ behandelt werden muss. 
Auch Blutergüsse unter den Nägeln kommen immer mal wieder vor, sie sind zwar nicht sehr schlimm aber durchaus schmerzhaft. Sehr häufig, ungefähr bei 54 % der Profikletterer kommt Hallux Valgus vor, bei Amateuren hingegen bei lediglich 4 %. Es wird gesagt, dass diese Erkrankung bei jungen Kletterern nicht besonders schlimm ist, im Alter hingegen schon zu Problemen führen kann, sodass auch hier eine Operation notwendig wird. Zudem können zu enge Kletterschuhe zu Arthrose und einer Teilversteifung des Gelenkes der Großzehen führen. 
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Die Füße werden vernachlässigt
Kletterer achten vor allem darauf, dass die Finger, Arme, Schultern und natürlich auch der Nacken immer gesund und fit gehalten werden. So werden diese Körperteile bei eventuellen Beschwerden gekühlt, getaped oder auch mit heilenden Cremes und Salben eingerieben. Die Füße werden dagegen nicht so sehr behütet, im Gegenteil sie werden immer wieder in viel zu enge Schuhe gesteckt. Was das mit den Füßen macht, wurde oben aufgelistet, sodass jeder Kletterer noch einmal mehr darüber nachdenken sollte, welche Schuhe er bei dem nächsten Klettertrip trägt.
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